ADHS, ist CBD Öl eine Alternative?

Die Symptome des ADHS werden heute relativ erfolgreich mit Methylphenidat behandelt, bietet CBD Öl aus der THC freien Hanf – Variante eine Alternative?

Was ist ADHS?

 

ADHS heisst nichts anderes als Aufmerksamkeits Defizit Syndrom mit Hyperaktivität. Kinder mit ADHS sind unruhig, unkonzentriert, vergesslich,haben erhöhte Impulsivität in Handlungen und Entscheidungen und herabgesetzte extrinsische (von außen) Motivierbarkeit. Es besteht motorische Unruhe oder starker Bewegungsdrang und oft ein herabgesetztes Gefahrenbewusstsein. ADHS wächst sich nicht, wie häufig angenommen aus, sondern bleibt bis ins Erwachsenenalter bestehen, auch wenn sich das Verhalten ändert. Diagnostiziert wird ADHS als Ausschlussdiagnose anhand der Symptome und Beschreibungen des sozialen Umfeldes. Die Diagnose stellt ein Kinder und Jugendpsychiater.

Vor Diagnosestellung sollten auf jeden Fall ausgeschlossen sein:

  • Schilddrüsenerkrankungen, auch Autoimmun
  • Epilepsie
  • Eisenmangel
  • Jegliche Vitaminmangel insbesondere B
  • Belastungsstörungen
  • Hochbegabung IQ >130 (kann auch komorbid sein)
  • Minderbegabung IQ < 80
  • Allergien
  • Tumore
  • Sehstörungen, Hörstörungen (kann auch komorbid sein)
  • Teilleistungsstörungen (kann auch komorbid sein)
  • Folgen eines Schlafapnoesyndroms
  • Autismusspektrum (wird mittlerweile auch komorbid diagnostiziert)
  • Fragiles X Syndrom
  • Neurofibromatose Typ 1

 

Was ist die Ursache von ADHS

 

Die Ursache der Erkrankung ist nicht eindeutig geklärt, ebensowenig, wie die genauen hinter den Symptomen liegenden physiologischen und neurologischen Prozesse. Man geht von vorwiegend genetischen Ursachen aus. Aufgrund der paradoxen Wirksamkeit des Medikaments Methylphenidat, ein Amphetamin, vermutet man, dass Dopamin an der Entstehung der Symptome beteiligt ist. Nicht ganz einig sind die Theorien, wie genau dies sein soll. Der momentane Stand der Medizin nimmt an, dass das Dopamin zu schnell wieder aufgenommen wird und daher nicht effektiv genug wirken kann.

 

Die anerkannte Therapie bei ADHS

 

Berühmt berüchtigt, das Ritalin, ein Präparat mit dem Wirkstoff Methylphenidat, kurz MPH. Methylphenidat ist ein Amphetamin, normalerweise putscht es den Körper auf, bei Menschen mit ADHS hat es jedoch eher beruhigende Wirkung. Oft wird das Medikament kritisch betrachtet, zumal es nicht unerhebliche Nebenwirkungen mitbringt. Sehr entscheidend jedoch für viele Eltern, es ist ein Medikationsversuch! Die Mediziner wissen weder genau wie es wirkt, das ist alles Theorie, ja noch nicht einmal ob es wirkt, können sie mit Sicherheit sagen. Sicher ist, es ist eine rein Symptomatische Behandlung. Zum Schutze und zur Rechtfertigung vieler Eltern sei jedoch angemerkt, dass kaum einer der Eltern sich die Entscheidung leicht macht.Die oft auswegslose Situation, die insbesondere durch den Druck von Institutionen auf das Kind und die Eltern entsteht, verlangt manchmal eine verantwortungsbewusste Entscheidung für das Medikament um sekundäre Probleme für das Kind zu verhindern. Auch hält die Medizin keine Alternativen bereit. Flankiert werden sollte die Medikamentöse Therapie jedoch immer durch Verhaltenstherapie und Elterntraining und auch die Schulen dürften im Zeitalter der Inklusion mehr Kompetenz und Toleranz zeigen.

Was ist CBD?

CBD Öl ist ein Öl, das aus Nutzhanf hergestellt wird. Allerdings nicht, wie Hanföl, aus den Samen, sondern aus einem Mazerat oder anderen Auszug von Blütenknospen und deren Destillation. Wichtig hierbei ist, die Pflanze ist frei von der  psychoaktiven Substanz THC, beziehungsweise, der Gehalt an THC ist äußerst gering (0,2 %). So entfaltet CBD Öl keine Wirkungen der Droge Cannabis oder Marihuana. Und fällt auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.In der Hanfpflanze Cannabis finden sich über 80 sogenannte Cannabinoide, die in der Cannabispflanzen vorkommen.

Hauptwirkstoff des CBD Öls ist das Cannabidiol, allerdings ist das Hauptcannabinoid in Nutzhanf Cannabidiolsäure. Der Anteil des einen oder anderen Wirkstoffes bedingt einander und ist von vielen Faktoren abhängig, von der Ernte der Pflanze über die Verarbeitung und Lagerung. Frühe Ernte, wenig Licht und niedrige Temperaturen erhöhen den Gehalt der Cannabidiolsäure (CBDA). Dies hat insbesondere Bedeutung, wenn es um entzündungshemmende Wirkung oder die Interaktion mit dem Serotoninrezeptor geht. Wichtig ist auch, dass CBDA die Bioverfügbarkeit von CBD erhöht, somit ein natürliches Öl höhere Wirksamkeit verspricht als reines CBD Extrakt.Weitere Inhaltsstoffe sind: CBG – Cannabigerol, CBC – Cannabichromen, THCA – Tetrahydrocaanabinolosäure, THCV – Tetrahydrocannabivarin, CBN – Cannabinol. All diese Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung und tragen zum therapeutischen Nutzen des Öls bei, soweit es sich nicht um chemisch gereinigtes Öl handelt.

 

Welche Nachgewiesenen Wirkungen hat Cannabidiol?

 

CBD zeigte sich anderem beim Dravet Syndrom und beim Lennox Gastaut Syndrom, bei Multipler Sklerose hilfreich.

Für Cannabidiol sind zahlreiche therapeutische Effekte beschrieben, u. a. bei REM Schlaf Verhaltensstörung (RBD). Seine antioxidative Wirkung sowie antiinflammatorische, antibaakteriell, antiepileptisch, neuroprotektiv, antikonvulsive,antiemetische, anxiolytische oder antipsychotische Effekte geben Perspektive zur Behandlung bestimmter Nervenentzündungen, Epilepsie, Schwindel, Erbrechen, Angstzustände und Schizophrenie sowie im Zusammenhang mit neurodegenerativen oder Krebs-Erkrankungen. Cannabidiol-pharmakologische Effekte werden durch G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, Cannabinoid Typ I (CB1) und Cannabinoid Typ II (CB2) vermittelt, die im Hippocampus und anderen Teilen des Zentralnervensystems stark vertreten sind. Wenn aktiviert, hemmen CB1-Rezeptoren die synaptische Übertragung durch die Wirkung von spannungsgesteuerten Calcium- und Kaliumkanälen. CB2-Rezeptoren sind primär im Immunsystem vertreten und nur begrenzt im Zentralnervensystem. Die Effekte von CBD sind CB2-Rezeptorunabhängig. Studien haben gezeigt, dass CBD eine geringe Affinität für die CB1-Rezeptoren aufweist, aber selbst bei niedrigen Konzentrationen verringert CBD die G-Protein-Aktivität. CB1-Rezeptoren sind auf vielen glutamatergen Synapsen vorhanden. CBD kann an den CB1-Rezeptoren wirken, um die Freisetzung von Glutamat zu hemmen. Die CB1-Rezeptor-Expression wird bei GABAergischen Synapsen hochreguliert und bei glutamatergen Synapsen runterreguliert.
Andere Ansatzpunkte für CBD sind die transienten Rezeptorpotential (TRP) Kanäle, die an der Modulation von intrazellulärem Calcium beteiligt sind. Cannabinoide sind sehr lipophil, was den Zugang zu intrazellulären Wirkungsorten ermöglicht, was zu einer Erhöhung des Kalziums in einer Vielzahl von Zelltypen einschließlich hippocampaler Neuronen führt. CBD-Aktionen auf Kalzium-Homöostase können eine Grundlage für CBD neuroprotektive Eigenschaften bieten. Eine weitere für ADHS vielleicht neben anderen sehr entscheidende Wirkung ist die Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Gamma-Buttersäure.

 

Wie ist die Studienlage zu CBD und ADHS?

 

Um es deutlich und desillusionierend zu sagen: schlecht. Es gibt zur Zeit keine anerkannte Studie, die eine Wirksamkeit von Cannabidiol oder CBD Öl bei ADHS untersucht.

Für Cannabis gibt es allerdings 2 Studien mit interessantem Ergebnis, dass die Wirksamkeit von Cannabis (mit THC) bei Erwachsenen mit ADHS belegt wird. Nach diesen Studien diskutiert man sogar ob Patienten mit ADHS anders auf Cannabinoide reagieren, als gesunde Patienten. In diese Richtung weisen auch Tierversuche, die eine Beteiligung des CB1 Rezeptors (Cannabinoid Rezeptor des endocannabinoiden Systems) feststellten.

Einzelne im Erfolgsberichte über die Anwendung von CBD Öl sind zu finden. Leider besteht diesbezüglich erheblicher Forschungsbedarf. Ob man das Öl versuchen möchte oder nicht muss man bei der wackeligen Forschungslage gut abwägen, es wäre, wie bei Methylphenidat, ein Medikamentenversuch. Wobei die Nebenwirkungen bisher als geringer eingeschätzt werden, jedoch ist auch hierzu die Datenlage nicht erschöpft.

 

Ok dann nehme ich Hanföl…

 

Auch Hanföl kann bei einem Mangel an Omega 3 Fettsäuren einen durchaus positiven Effekt auf ADHS haben. Aber und darum möchte ich es hier erwähnen, Hanföl ist kein CBD Öl und hat nicht die gleichen Wirkstoffe. Hanföl wird aus den Samen gewonnen, ist äußerst gesund im Hinblick auf Omega 3 Fettsäuren. Es gibt jedoch auch Präparate, bei denen das Extrakt der Pflanze in diesem Öl gelöst wird.

 

Worauf achte ich beim Kauf

 

Es gibt viele Argumente und Kriterien, die für den Kauf entscheidend sein können. Natürlich hängt dies auch von der gewünschten Wirkung ab. Entscheidungskriterien sollten sein:

  • Das Lösungsmittel
  • Der Gehalt an CBD
  • Der Gehalt an CBDa
  • Der Gehalt an THC
  • Ggf. das Trägeröl
  • Natürliches Öl mit weiteren Inhaltstoffen statt chemisch gereinigtes CBD

 

Wie wende ich CBD Öl an?

Hierzu gibt es meist immer Hinweise des Herstellers. Es sind Öle mit unterschiedlichem CBD gehalt erhältlich. Meist erfolgt die Einnahme durch Tropfen unter die Zunge, aber auch transdermale Anwendung, also über die Haut ist möglich. Die empfohlene Dosis ist sehr individuell und abhängig vom Körpergewicht. CBD ist bereits ab Dosen von 10 bis 40 mg wirksam. Je nach Behandlungsziel kann es auch hochdosiert eingesetzt werden (bis 800 mg für Erwachsene). Für Kinder werden Dosierungen zwischen 2 und 10 mg pro kg Körpergewicht genannt. Die Erfahrungen bei Kindern mit Epilepsie zeigen, dass jeder Mensch anders auf CBD reagiert. Man beginnt daher immer mit einer geringen Dosis, die bis zum gewünschten Wirkeintritt gesteigert wird. Es empfehlen sich 3 Tagesdosen. Die transdermale Anwendung führt zu einer kontinuierlichen Aufnahme, während die sublinguale Einnahme schneller aber kürzer wirkt. Vor dem Essen eingenommen ist der Wirkeintritt schneller, nach dem Essen verzögert.

Und ist es legal?

Hierbei handelt es sich lediglich um Hinweise, wir können keine Haftung auf Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen, da sich teilweise die Rechtslage auch ändert. Hierzulande zählt Cannabis beziehungsweise das in der Cannabis-Pflanze enthaltene, psychoaktiv wirkende THC gemäß §1 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Verbindung mit der Anlage I des BtMG zu den nicht „verkehrsfähigen Stoffen“. Ohne Sondergenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind demnach dessen privater Anbau, Erwerb und Besitz illegal, strafbar und mit Geld- und Freiheitsstrafen geahndet.

Die Einnahme gilt ausschließlich mit Rezept auf Anraten eines Arztes als legal in Deutschland.

CBD kann sowohl als Arzneimittel, als Nahrungsmittel, als auch als Kosmetikprodukt erworben werden. Hier ist zu beachten:

CBD als Arzneimittel ist, wie Cannabis auch, rezeptpflichtig und muss vom Arzt verschrieben werden. Nur dann kann es aus der Apotheke bezogen werden.

Wer an die Selbstherstellung von CBD denkt beachte bitte: Privatpersonen dürfen in Deutschland keinen „Nutzhanf“ anbauen, egal wie niedrig der THC Gehalt ist und unabhängig davon, ob die Pflanze männlich oder weiblich ist. Jeder Verstoß wird als Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz gewertet und von Polizei und Justiz verfolgt!

Wichtige Hinweise:

Es ist definitiv wichtig anzumerken, dass CBD  durch Cytochrome abgebautwird. Hierdurch entstehen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Auch Gendefekte im Bereich der Cytochrome können die Dosisverträglichkeit von CBD beeinflussen. Gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Hemmern (z. B Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir oder Clarithromycin) kann zur Erhöhung des Cannabidiolspiegels führen. Gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Johanniskraut) kann zur Senkung des Cannabidiolspiegels führen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von CBD können Medikamente, auch verstärkt wirken. Hierzu zählen etwa Pantoprazol, Clobazam (CYP2C19),Ondansetron und Risperidon (CYP2D6).

Während der Schwangerschaft sollte CBD nicht eingenommen werden.

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Quellen:

http://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Gremien/Verschreibungspflicht/75Sitzung/anlage2.pdf?__blob=publicationFile&v=1

https://theroc.us/researchlibrary/Association%20of%20the%20Cannabinoid%20Receptor%20Gene%20(CNR1)%20With%20ADHD%20and%20Post-Traumatic%20Stress%20Disorder.pdf

https://theroc.us/researchlibrary/Cannabinoid-induced%20conditioned%20place%20preference%20in%20the%20spontaneously%20hypertensive%20rat%E2%80%93an%20animal%20model%20of%20attention%20deficit%20hyperactivity%20disorder.pdf

https://www.cannabis-med.org/english/journal/en_2008_01_1.pdf

https://www.derhanfladen.at/cannabidiolsaeure-cbda-eigenschaften-und-effekte/

https://www.derhanfladen.at/wp-content/uploads/2017/08/CONFIDENTIAL_Cannabidiolic-Acid-_CBDA_-Nahler-19.7.2017.pdf

https://www.cannabis-med.org/nis/data/file/cannabissorten_inhaltsstoffe.pdf

https://www.vitalstoffmedizin.ch/images/Artikel_CBD.pdf

http://www.europeanneuropsychopharmacology.com/article/S0924-977X(16)30912-9/pdf

http://www.cannabissocialclub.at/ADHS_CBD/mobile/

http://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0156614&type=printable

https://www.kingnature.ch/index.php/de/kingnatureblog-online/entry/cbd-gegen-adhs

 

https://gu-se-primo.hosted.exlibrisgroup.com/primo-explore/fulldisplay?docid=TN_proquest1033782185&context=PC&vid=46GUB_VU1&lang=en_US&search_scope=default_scope&adaptor=primo_central_multiple_fe&tab=default_tab&query=any,contains,omega-3%20omega-6%20ADHD%202012&sortby=rank&facet=rtype,include,dissertations&offset=0

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4189631/