Niederländische Therapie ReAttach die neue Autismustherapie?

ReAttach nennt sich die neue in den Niederlanden entwickelte Therapie, die auch als Autismustherapie schnelle Ergebnisse zeigt und eine  realistische Alternative für das umstrittene ABA und das eher allein auf kongitiver Ebene ansetzende TEACCH zu sein scheint

 

“Wenn reden nicht mehr hilft” , dann braucht es andere Wege und diese bildet die ReAttach- Therapie. Die ReAttach-Therapie kommt aus dem Bereich der Schematherapie.

 

Wie wird gearbeitet?

 

Die Ergebnisse bei Kindern mit ernsthaften Kommunikationsproblemen (die ihre Sprache verloren haben oder seit mehreren Jahren nicht gesprochen haben) sind überraschend. Drei Kinder mit ähnlichen Entwicklungsproblemen haben ihre Sprachentwicklung wiedererlangt. Sie haben auch ähnliche Sprünge auf dem Gebiet der Spieleentwicklung, des sozialen Funktionierens und des Verhaltens gemacht.

Diese Form einer Autismutherapie arbeitet vorallem mit Spielen, ist prozess orientiert und hilft das Erregungspotenzial zu steuern und die multisensorische intergration zu verbessern. Dass alles kann helfen Puzzleteile von fragmentalen Eindrücken und Erfahrungen zu koherenten Konzepten der Umwelt zusammen zu setzen. Hierdurch werden die Fähigkeiten verbessert, mit einem sensorischen Overload umzugehen und an sozialen Situationen teilzunehmen.

“ReAttach erhöht das Entwicklungspotential. Es hilft Einzelpersonen, konzentriert zu bleiben, selbstbewusst und persönliche Grenzen zu erforschen.Es hilft den Menschen, stressige Situationen zu bewältigen und proaktive Bewältigungsfähigkeiten zu entwickeln. Es hilft ihnen, an ihrem Selbstbild und ihrer Sicht auf andere, die Welt und ihre Fähigkeiten zu arbeiten.[]”

 

Die Familie macht mit

 

Wie üblich in der Autismustherapie spielt auch das familiäre Umfeld eine Rolle. Bei der Arbeit mit Familien, lernen Eltern, wie man ihr eigenes Erregungspotenzial zu regulieren.Hierzu lernen  Eltern eine Technik, um ihre eigene Erregung zu senken und die Werkzeuge, um ihren Kindern im Umgang mit Stress und Emotionsregulation zu helfen.

 

Tapping für Oxyticin

 

Ein bisschen Gehirnchemie muss sein, aber bitte endogen. Zur Ausschüttung von Oxytocin, das bereits anderen Orts bewies, dass es Autisten helfen kann, wurde die Methode des Tappings entwickelt.Es basiert auf einer natürlichen Methode, um physischen Kontakt ohne Überreizung herzustellen, ähnlich, wie Eltern Kinder in einer Situtation von Wut oder Ärger trösten.

Eher  ungewöhlich in der Autismustherapie, wird hier mit gezielten therapeutischen Berührungen gearbeitet. Während der ReAttach-Intervention wird diese Regulierungstechnik durch sanftes klopfen auf die Hände von Erwachsenen und Kindern mit Autismus erreicht.Wenn ein Teilnehmer die Berührung des Therapeuten tragen kann bekommt er Anleitung und Informationen um das Klopfen selbst (zB auf den Knien) durchzuführen. Versuche zeigten, dass dies selbst für Kinder mit Abweisung gegen Berührung umsetzbar ist. Die Frequenz der Berührung beeinflusst die Aufmerktsamkeit und die Prozesse im Gehirn ebenfalls.

 

Paula Bartholomeus, die 2015 einen Award für Clinical Neuropsychiatry gewann, entwickelte die ReAttach-Methode. Sie wird von einem Internationalen Team und internationaler Forschung begleitet.

 

Zur Evaluation ob sich ReAttach auch als Autismustherapie eignet wurde bereits eine Studie durchgeführt. Hierzu wurden 8 Therapeuten ausgebildet, um ReAttach mit einer Gruppe von 58 Teilnehmern durchzuführen. Der Vergleich der mittleren Scores auf der Autism Treatment Evaluation Checkliste (ATEC) vor und nach 5 Therapiesitzungen wurde mit einem gepaarten Proben-T-Test durchgeführt. Ergebnisse und Schlussfolgerungen: In dieser Studie haben wir das Potenzial von 5 Sitzungen von ReAttach erforscht, welche geeignet waren die ATEC-Scores der Teilnehmer deutlich zu verbessern. Ebenfalls liegen erste Langzeitergebnisse von Patienten vor, welche nach Therapie im Kindesalter untersucht wurden. Es wurde keine Regression zu ursprünglichen Problemen festgestellt.

Weiter Studien sind notwendig um zu differenzieren, bestätigen und langzeit Erfolge zu erforschen.Bei Menschen mit Autismus und normaler Begabung werden erhebliche Verbesserungen im Bereich der Organisation und Planung (Exekutivfunktion), soziale kognitive Fähigkeiten (Theorie des Geistes und soziale Konzeptualisierung) und soziale Kommunikationsfähigkeiten gesehen.

Das Besondere an ReAttach ist, dass die Effekte der Therapie zugleich in verschiedenen Bereichen dieser Entwicklungsstörung und schon nach relativ kurzer Zeit sichtbar sind.

Für Interessierte und Therapeuten findet im April eine Konferenz in den Niederlanden statt:

ReAttach Conference

April 14th – 15th 2018

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https://www.youtube.com/watch?v=mMInqI7KUCM

Paula Weerkamp-Bartholomeus (2015). ReAttach – The Exciting Development of a Promising Intervention for Autism Spectrum Disorders, Autism Spectrum Disorder – Recent Advances, Prof. Michael Fitzgerald (Ed.), InTech, DOI: 10.5772/60462. Available from: https://www.intechopen.com/books/autism-spectrum-disorder-recent-advances/reattach-the-exciting-development-of-a-promising-intervention-for-autism-spectrum-disorders

http://web.b.ebscohost.com/abstract?direct=true&profile=ehost&scope=site&authtype=crawler&jrnl=17244935&AN=103591400&h=tkWjeS22CZ%2fANRY9ng4xf6lt62IMm0Er0xDVICiOmfx1zu42Y5o%2bc6hEkMjExIHz5PleTUtAVJJx50%2by92IgBQ%3d%3d&crl=c&resultNs=AdminWebAuth&resultLocal=ErrCrlNotAuth&crlhashurl=login.aspx%3fdirect%3dtrue%26profile%3dehost%26scope%3dsite%26authtype%3dcrawler%26jrnl%3d17244935%26AN%3d103591400

https://reattach.nl/

https://cdn.intechopen.com/pdfs-wm/48291.pdf