Hilfe durch Hanf – CBD bei Fibromyalgie

Fibromyalgie plagt die betroffenen mit Schmerzen und zahlreichen Begleitsymptomen, während schulmedizinische Verordnungen oft wenig helfen, gibt es Erfolgsberichte über CBD (Cannabidiol)

 

Was ist Fibromyalgie?

 

Fibromyalgie ist eine nicht entzündliche und nicht degenerative Erkrankung deren Hauptsymptom generalisierte oder wechselnde Schmerzen ohne erkennbare organische Ursache sind.Der Schmerz, der mit Fibromyalgie verbunden ist, wird oft als ein ständiger dumpfer Schmerz beschrieben.

Diagnosekriterien sind hier insbesondere

 

  • Die Schmerzen bestehen länger als 3 Monate
  • In beiden Körperhälften rechts und links
  • In der oberen und unteren Körperhälfte

 

Zusätzlich zu den Schmerzen bestehen sehr oft Schlafstörungen. Der Schlaf wird oft durch Schmerzen gestört, und viele Patienten mit Fibromyalgie haben andere Schlafstörungen, wie z. B. unruhiges Bein-Syndrom (RLS) und Schlafapnoe.

Auch Kognitive Schwierigkeiten treten begleitend auf, beeinträchtigt ist die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und aufmerksam zu bleiben.

 

Häufige Komorbiditäten sind

 

  • Reizdarmsyndrom
  • Migräne und andere Arten von Kopfschmerzen
  • Kiefergelenkserkrankungen
  • Depressionen
  • Prämenstruelles Syndrom

 

Die Krankheit tritt je nach Studie in industrialisierten Ländern ca. 3,5% bei Frauen und ca. 0,5%

bei Männern auf, allerdings gibt es auch Literaturangaben mit bis zu 15 %

 

Risikofaktoren für Fibromyalgie sind:

 

  • Geschlecht: Fibromyalgie wird häufiger bei Frauen diagnostiziert als bei Männern.
  • Familiengeschichte: Höheres Risiko, wenn ein Verwandter auch Fibromyalgie hat.
  • Komorbidität: Wenn Sie Osteoarthritis, rheumatoide Arthritis oder Lupus haben, können Sie eher Fibromyalgie entwickeln.
  • Erhöhte psychische Belastung sowohl aktuell, als auch in der Lebensgeschichte
  • Infektionen wie Epstein-Barr -Virus, Q-Fieber oder Lyme-Borreliose als Trigger
  • Darminfekt mit Campylobacter, Shigellen oder Salmonellen und daraus resultierendes postinfektiöses Reizdarmsyndrom

 

Therapie

 

  • Physikalische Therapie
  • Psychotherapeutische Begleitung
  • Trainingstherapie
  • Bei der medikamentösen Therapie gilt zu beachten, dass aktuell in Deutschland kein Medikament für die Behandlung eines Fibromyalgie-Syndroms zugelassen ist. Nur wenn relevante Begleiterkrankungen vorhanden sind (z.B. eine Depression), können Medikamente wie  Antidepressiva verschrieben werden, jedoch nicht zur Behandlung des Fibromyalgie-Syndrom sondern zur Behandlung der Depression.Mittel die oft in Zusammenhang mit Fibromyalgie eingesetzt werden sind neben Antidepressiva: Serotonin Wiederaufnahmehemmer, Schmerzmittel (die aber in aller Regel nicht helfen), Beruhigungsmittel, Muskelrelaxantien, Antiepileptika

 

Ist CBD eine Alternative und was ist überhaupt CBD?

 

CBD Öl ist ein Extrakt, das aus Nutzhanf hergestellt wird. Allerdings nicht, wie Hanföl, aus den Samen, sondern aus einem Mazerat oder anderen Auszug von Blütenknospen und deren Destillation.Die Pflanze ist nahezu frei von der  psychoaktiven Substanz THC, der Gehalt an THC ist äußerst gering (0,2 %). Psychoaktive Wirkungen der Cannabisdroge treten daher nicht auf. Die Nutzung und Anschaffung ist legal..In der Hanfpflanze finden sich über 80 sogenannte Cannabinoide.

Hauptwirkstoff des CBD Öls ist das Cannabidiol, allerdings ist das Hauptcannabinoid in Nutzhanf Cannabidiolsäure. Der Anteil des einen oder anderen Wirkstoffes bedingt einander und ist von vielen Faktoren abhängig, von der Ernte der Pflanze über die Verarbeitung und Lagerung. Frühe Ernte, wenig Licht und niedrige Temperaturen erhöhen den Gehalt der Cannabidiolsäure (CBDA). Dies hat insbesondere Bedeutung, wenn es um entzündungshemmende Wirkung oder die Interaktion mit dem Serotoninrezeptor geht. Wichtig ist auch, dass CBDA die Bioverfügbarkeit von CBD erhöht, somit ein natürliches Öl höhere Wirksamkeit verspricht als reines CBD Extrakt.Weitere Inhaltsstoffe sind: CBG – Cannabigerol, CBC – Cannabichromen, THCA – Tetrahydrocaanabinolosäure, THCV – Tetrahydrocannabivarin, CBN – Cannabinol. All diese Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung und tragen zum therapeutischen Nutzen des Öls bei.

Welche Nachgewiesenen Wirkungen hat Cannabidiol?

CBD zeigte sich anderem beim Dravet Syndrom und beim Lennox Gastaut Syndrom, bei Multipler Sklerose hilfreich.

Für Cannabidiol sind zahlreiche therapeutische Effekte beschrieben, u. a. bei REM Schlaf Verhaltensstörung . Seine antioxidative Wirkung sowie antiinflammatorische, antibakterielle, antiepileptische, neuroprotektive, antikonvulsive,antiemetische, anxiolytische oder antipsychotische Effekte geben Perspektive zur Behandlung bestimmter Nervenentzündungen, Epilepsie, Schwindel, Erbrechen, Angstzustände und Schizophrenie sowie im Zusammenhang mit neurodegenerativen oder Krebs-Erkrankungen. Cannabidiol-pharmakologische Effekte werden durch G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, Cannabinoid Typ I (CB1) und Cannabinoid Typ II (CB2) vermittelt, die im Hippocampus und anderen Teilen des Zentralnervensystems stark vertreten sind. Wenn aktiviert, hemmen CB1-Rezeptoren die synaptische Übertragung durch die Wirkung von spannungsgesteuerten Calcium- und Kaliumkanälen. CB2-Rezeptoren sind primär im Immunsystem vertreten und nur begrenzt im Zentralnervensystem. Die Effekte von CBD sind CB2-Rezeptorunabhängig. Studien haben gezeigt, dass CBD eine geringe Affinität für die CB1-Rezeptoren aufweist, aber selbst bei niedrigen Konzentrationen verringert CBD die G-Protein-Aktivität. CB1-Rezeptoren sind auf vielen glutamatergen Synapsen vorhanden. CBD kann an den CB1-Rezeptoren wirken, um die Freisetzung von Glutamat zu hemmen. Die CB1-Rezeptor-Expression wird bei GABAnergischen Synapsen hochreguliert und bei glutamatergen Synapsen runterreguliert.

Andere Ansatzpunkte für CBD sind die transienten Rezeptorpotential (TRP) Kanäle, die an der Modulation von intrazellulärem Calcium beteiligt sind. Cannabinoide sind sehr lipophil, was den Zugang zu intrazellulären Wirkungsorten ermöglicht, was zu einer Erhöhung des Kalziums in einer Vielzahl von Zelltypen einschließlich hippocampaler Neuronen führt. CBD-Aktionen auf Kalzium-Homöostase können eine Grundlage für CBD neuroprotektive Eigenschaften bieten.

 

Wie kann CBD bei Fibromyalgie helfen?

 

Die Studienlage zu diesem Bereich ist zwar nicht erschöpfend, gibt jedoch Hoffnung.

Besonders beeindruckend war eine Umfrage von 2014 die im National Pain Report veröffentlicht wurde.In dieser Studie wurden die ärztlicherseits verordneten Medikamente mit selbstmedikation mit Cannabis oder CBD verglichen. 62 % bewerteten die Selbstmedikation mit  als wesentlich effektiver als die verordneten Medikamente. Leider unterscheidet die Umfrage nicht bezüglich Marihuana und THC freiem CBD.

Weitere Überlegungen gehen in die Richtung, bei bestimmten Erkrankungen, zu denen auch die Fibromyalgie gehört, am Endocannabinoidsystem anzusetzen unter ihnen sind auch Migräne,und Reizdarmsyndrom. Besonders hervorstechend bei diesen Syndromen/ Erkrankungen ist ein erhöhtes Schmerzempfinden und eine allgemeine zentrale Sensibilisierung. Forschungen deuten hier darauf hin, dass die Ursache ein Endocannabinoidmangel sein könnte. Unter dem Endocannabinoid System versteht man das Zusammenspiel von Endocannabinoiden mit Cannabinoid- und anderen

Rezeptoren sowie die Enzyme und Mechanismen, die für die Synthese und den Abbau der Endocannabinoide notwendig sind. Das Endocannabinoidsystem ist an weit mehr körpereigenen Prozessen beteiligt, als man zunächst annahm.

Man fand Funktionen bei der  Steuerung der Nahrungsaufnahme, Motorik, Gedächtnis‐ und Erinnerungsleistung, Schmerzwahrnehmung, in Entzündungsprozessen und verschiedenen Stoffwechselprozessen. Fibromyalgie wird bei diesen Überlegungen als zentraler Sensibilisierungszustand mit sekundär erhöhtem Schmerzempfinden angenommen. Cannabinoide haben in ähnlicher Weise die Fähigkeit wie Endocannabinoide, spinale, periphere und gastrointestinale Mechanismen zu blockieren, die Schmerzen bei Kopfschmerzen, Fibromyalgie, IBS und verwandten Erkrankungen fördern. Die Beweislage zu diesen Theorien ist noch etwas dünn,  jedoch gibt es Studien die diese  Theorie in einigen Bereichen stützen, da sie Daten  für den Beweis für verminderte Schmerzen, verbesserten Schlaf liefern.

Sicherheitshinweise:

Es ist definitiv wichtig anzumerken, dass CBD durch Cytochrome abgebautwird. Hierdurch entstehen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Auch Gendefekte im Bereich der Cytochrome können die Dosisverträglichkeit von CBD beeinflussen. Gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Hemmern (z. B Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir oder Clarithromycin) kann zur Erhöhung des Cannabidiolspiegels führen. Gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Johanniskraut) kann zur Senkung des Cannabidiolspiegels führen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von CBD können Medikamente, auch verstärkt wirken. Hierzu zählen etwa Pantoprazol, Clobazam (CYP2C19),Ondansetron und Risperidon (CYP2D6).

Während der Schwangerschaft sollte CBD nicht eingenommen werden.

CBD Extrakt mit Glyzerin, alkoholfrei

So bestätigt eine Metaanalyse aus dem Jahr 2011 bezüglich chronische Nicht-Krebs-Schmerzen ( neuropathische Schmerzen, Fibromyalgie, rheumatoide Arthritis und gemischte chronische Schmerzen).dass 15 Versuche signifikante schmerzlindernde Wirkung von Cannabinoiden im Vergleich zu Placebo zeigte und mehrere berichteten über signifikante Verbesserungen im Schlaf. Es gab keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Allerdings fehlen auch hier Angaben zu TCH freien Interventionen.

Eine weitere Studie aus dem selben Jahr an 56 Patienten belegt ebenfalls die erfolgreiche Anwendung gegen Schmerzen bei Fibromyalgie.

Nachgewiesen ist die Wirksamkeit von CBD in bezug auf Reizdarmsymptome, hier nimmt man an, dass durch eine Behandlung mit CBD die neuro-immun Achse angesprochen wird. Entzündungen werden deutlich reduziert.

Während Polymorphismen des 5 HT Rezeptors zumindest im Zusammenhang für bestimmte auch psychische Symptome der Fibromyalgie angesehen werden,  setzt CBD hier ebenfalls mit Wirkungen an.

Leider muss gerade in Bezug auf die reine Nutzung des THC- freien CBD gesagt werden, dass der Möglichkeit einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität eine verhältnismäßig schlechte Studienlage gegenüber steht, insbesondere was Dosierungen angeht, so dass die  Anwendung von CBD bei Fibromyalgie bisher nicht anerkannt wird. Die Verantwortung bleibt also, wie so häufig dem leidenden Patienten überlassen.

Alkoholische CBD Tinktur/ CBD Öl selbst herstellen

 

Das könnte Dich auch interessieren:

Cannabidiol (CBD) reallistische Hoffnung bei Reizdarmsyndrom

ADHS, ist CBD Öl eine Alternative?

Erst Dauerbrenner, dann Burnout – Nebennierenschwäche und Cortisolmangel

Darm und Gehirn eine Allianz, unterstützt oder gestört durch Bakterien

 

 

Quellen:

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/pressemappen/Chronische_Schmerzen__Aktiv-Sein_hilft/11a__Leitlinien_Fibromyalgie.pdf

https://www.rehaclinic.ch/wp-content/uploads/smf-01554.pdf

https://www.rheuma-liga.de/hilfe-bei-rheuma/therapie/medikamentenfuehrer/fibromyalgie/

http://nationalpainreport.com/marijuana-rated-most-effective-for-treating-fibromyalgia-8823638.html

http://nationalpainreport.com/marijuana-rated-most-effective-for-treating-fibromyalgia-8823638.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3243008/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3080871/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3232190/

https://ipv6.fhsu.edu/uploadedFiles/academic/college_of_arts_and_sciences/psych/JPI/Vol%2018%20(2).pdf#page=6

https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs002960100130?LI=true

https://link.springer.com/article/10.1007/s11064-005-6978-1

Neuroendocrinology Letters Volume 29 No. 2 2008

Clinical Endocannabinoid Deficiency (CECD):  Can this Concept Explain Therapeutic Benefits of Cannabis  in Migraine, Fibromyalgia, Irritable Bowel Syndrome  and other Treatment-Resistant Conditions? Ethan B. Russo

http://hss.ulb.uni-bonn.de/2008/1611/1611.pdf