Masern löschen das Immungedächtnis???

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Neuerdings geistern passend zur geplanten Impfpflicht, Artikel durch die Medien und Netzwerke, die den bösen Masern wieder eine Gefahr mehr anhängen. Sie löschen dein Immungedächtnis! 

 Lasst uns mal schauen, was Kritiker wie  Tetyana Obukhanych, Immunologin, dazu sagen  

Immunamnesie

Tetyana Obukhanych führt 4 Studien an, die geringere Sterblichkeitsraten nach überstandener Maserninfektion feststellten und der Annahme einer negativen Immunauswirkung einer durchgemachten Erkrankung entgegen stehen.

  1. Im Jahr 2002 veröffentlichten Dr. Peter Aaby und Co-Autoren eine Studie im ländlichen Senegal durchgeführt, in der Gegend, die einen Masernausbruch hatte. Dr. Aaby und Mitautoren testeten eine weit verbreitete Annahme, dass Kinder nach dem Überleben von Masern eine höhere Mortalitätsrate durch andere Infektionen aufgrund einer langfristigen Immunsuppression aufweisen würden. Aber sie haben das Gegenteil bewirkt. Kinder die den Masern ausgesetzt waren hatten eine niedrigere Sterblichkeit in den nächsten 4 Jahren (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12443670)
  2. Mit ähnlichen Ergebnissen eine Studie aus Senegal (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8629610)
  3. und Guinea Bisseau (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8684874)
  4. Im Jahr 2003 gab es eine Studie in Bangladesch, um die Langzeitwirkung von Masern. Sie stellten erneut fest, dass „Post-Masern-Fälle in den folgenden 9 Monaten eine signifikant niedrigere Mortalität aufwiesen als nicht infizierte, nicht immunisierte Kinder. 

(https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12690020)

Diese Humanstudien sprechen also eine andere Sprache, als die neuste Hysterie der Immunamnäsie. Um diese medienwirksam zu generieren hat man einige Publikationen vor allem mit Tiermodellen herangezogen. Diese sind auch keineswegs aktuellen Datums. Hier wurden Tiermodelle an Ratten, Frettchen und Makaken beschrieben, die mit Masern ähnlichen Erregern infiziert wurden.

So stellte das Makaken Modell 2012 fest, dass Masernvirus-infizierte Lymphozyten innerhalb weniger Tage gelöscht wurden, was auf  vorübergehende immunologische Amnesie hindeutet. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22952446 Tetyana Obukhanych führt dazu folgendes Argument ins Feld:

Beobachtet wurde eine bevorzugte Infektion der Gedächtnislymphozyten durch das Masernvirus, was zu einem vorübergehenden Verlust des immunologischen Gedächtnisses führt. Es wurde aber bisher nicht nachgewiesen, dass dieses immunologische Gedächtnis der Faktor ist, der vor einer erneuten Infektion schützt. Das Gegenteil wurde durch die Forschung im Labor des Schweizer Wissenschaftlers (und Nobelpreisträgers 1996) Dr. Rolf Zinkernagel gezeigt. 2012 stellt er klar fest: „Immunologisches Gedächtnis ist nicht gleichbedeutend mit schützender Immunität.“ (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22481438)

„Die Masernvirusinfektion verringert bereits vorhandene Antikörper, die Schutz vor anderen Krankheitserregern bieten.“ Das setzt voraus, dass die These Antikörper bieten den entscheidenden und einzigen Schutz korrekt ist, zugegeben, für die Impfindustrie ein nicht zu hinterfragendes Argument, denn auf dieses baut ja auch der Impfschutz und der Nachweis der “Immunologie” auf. Doch Tetyana Obukhanych versetzt auch diesem Argument einen derben Tiefschlag, indem sie die Arbeit von Sir Frank Macfarlane Burnet anführt, der die Immunität bei Kindern mit mangelnder Antikörperproduktion aufgrund einer genetisch bedingten Erkrankung erforschte Agammaglobulinämie und festellte, dass

Kinder mit Agammaglobulinämie einen normalen Masernverlauf  zeigte mit einem typischen Ausschlag, der zur normalen Zeit verblasste und von einer ebenso erheblichen Immunität gegen Neuinfektionen gefolgt wurde, wie dies bei jeder anderen Genesung der Fall wäre. Antikörperproduktion ist daher nicht erforderlich weder für Erholung von oder für die Entwicklung von Immunität gegen Masern.“(Burnet und Weiß. Natural History of Infectious Disease. Cambridge University Press, 1940) (was das dann über den Wert von Impfungen aussagt sollte man an anderer Stelle nochmals überdenken!)

Mehrer Studien im PubMed belegen außerdem, dass Menschen mit positiven Antikörpertitern gegen Masern noch Masern entwickeln können.

Tetyana Obukhanych gibt folgendes zu bedenken:

Ein wahres Korrelat des Schutzes ist nicht die Menge an Antikörpern, die an Krankheitserreger binden, sondern virusneutralisierende Serumtiter. Diese werden mit einer als Plaque-Reduction-Neutralisation bezeichneten Technik gemessen, die sich deutlich von der Art des Antikörpernachweises unterscheidet. Virusneutralisierende Messungen und Antikörperbindungstiter folgen im Zeitverlauf nicht demselben Muster und messen daher nicht dieselbe Entität.

Gehen also die neuerlichen Berichte  überhaupt von der wirklichen biologischen Grundlagen der Immunität gegen Virus-Neuinfektionen aus? 

Die immunologische Theorie schwankte zwischen einer zellbasierten und einer humoralen Sichtweise der Immunität. 

1942 postulierte Merrill Chase, dass Immunität mit Immunzellen von immunisierten Tieren auf naive Tiere übertragen werden könne. Im Tiermodell widerlegte Zinkernagel dies und zeigte, dass der immunologische Transfer von Gedächtniszellen keinen Schutz bietet, wenn die Tiere mit einem Virus infiziert werden. Die Übertragung von Serum von Immuntieren verlieh jedoch Schutz, was Dr. Zinkernagel implizierte, dass die schützende Immunität durch Antikörper vermittelt wird, die das Virus neutralisieren können. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC188883/) Burnet wusste jedoch bereits in den 1940er Jahren, dass es sich nicht um Antikörper handeln konnte, die aufgrund seiner klinischen Beobachtungen bei Patienten mit Agammaglobulinämie, denen sie fehlten, eine robuste Immunität gegen eine Viruserkrankung wie Masern hervorrufen konnten.

Zellbasiert, antikörperbasiert oder beides nicht?

Auch darauf hat Tetyana Obukhanych eine Antwort:

Was auf dem Bild fehlt, ist der so genannte von Immunzellen abgeleitete Faktor Übertragungsfaktor. TF wurde in den 1950er Jahren von Henry Sherwood Lawrence entdeckt.1980 wurde eine wegweisende klinische Forschung  veröffentlicht, die zeigte, dass TF, das Kindern mit Leukämie in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit Kochsalzlösung verabreicht wurde, sie während 12 bis 30 Monaten nach dem Follow-up vor Windpocken schützte. 

In dieser klinischen Studie wurde TF hergestellt, indem es aus Leukozyten von Spendern mit Windpocken in der Vorgeschichte extrahiert (dialysiert) wurde. Die Forscher mussten diese Leukozyten abtöten, um TF aus ihnen zu extrahieren. Und höchstwahrscheinlich waren dies Gedächtnislymphozyten, die TF enthielten, die bereits Windpocken hatten.https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6248780 

Kehren wir zu der bekannten Neigung des Masernvirus zurück, Gedächtnislymphozyten zu infizieren und abzutöten. Könnte es sein, dass die Maserninfektion Sie nicht weniger immun, sondern mehr immun macht, da TF aus all diesen abgetöteten Gedächtnislymphozyten in Ihren Blutkreislauf freigesetzt wird? Haben Wissenschaftler die Serum-TF-Werte für zuvor aufgetretene Infektionen vor und nach Masern wie bei Antikörpern gemessen? In den Studien ist nichts dazu zu finden!
Einen ganz anderen Aspekt spricht Tetyana Obukhanych an, wenn es um Allergien geht, dies sei hier nur kurz erwähnt, die Forschungen kamen zum dem Ergebnis, dass insbesondere die CD 8 Zellen dem Masernvirus zum Opfer fallen. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30836661, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30470742)  Diese spielen eine entscheidende Rolle bei Allergien, insbesondere der Atemwege, könnte da eventuell ein protektiver Faktor der Masern (und auch der Windpocken) gegen Allergien zu sehen sein?

Somit ist  die mediale Panik vor Immunschwäche durch Masern wohl eher kritisch zu betrachten und fällt wie so vieles in die Kategorie, Halbwahrheiten zur Meinungsbeeinflussung.

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