Wildgemüse – köstlich, günstig und gesund

Wildgemüse - köstlich, günstig und gesund

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Hier findest du eine Wildgemüse Liste und Rezepte.

Aber warum “Unkraut” essen?

Die Vorteile von Wildgemüsen liegen auf der Hand. Die Vorfahren unserer Kulturpflanzen sind robuste Gewächse. Sie haben eine erheblich höhere Nährstoffdichte als unsere Kulturgemüse und können damit als kostenloses Superfood angesehen werden. 


Zwar ist es vielleicht bequemer, sein Superfood im Onlineshop zu bestellen, aber bei genauerem Hinsehen, eröffnen sich über die Wildgemüse und Naturheilkräuter neue Dimensionen. Das Sammeln der Kräuter und deren Kenntnis schafft eine Beziehung zum “Lebensmittel” wie sie bei einem Erwerb vom Händler niemals entstehen kann. Der Kräutersammler und die Kräuterfrau erwerben Kenntnisse und Fertigkeiten und erfahren sich ganz nebenbei als kompetent, sich selbst zu versorgen und für die eigene Gesundheit etwas tun zu können, er weiss, welche Wildkräuter man essen kann. Die Bewegung in der Natur und die Beziehung zu ihr gesundet körper und Seele schon, bevor auch nur ein Kräutlein auf dem Teller zum Genuss wird. Was von einigen als Nachteil angesehen wird, ist der Zeitaufwand, Wildkräuter erkennen, Wildkräuter sammeln, Wildgemüse zubereiten, Kräuterwanderungen, als das braucht Zeit, gut Ding will Weile haben wussten schon unsere Großeltern! Aber diese Zeit ist eine nährende Zeit, Zeit für uns. Sie bringt Ruhe und Abschalten vom Alltag. Sie verbindet uns mit dem Sein und der Natur, ja mit uns selbst und somit erwächst der vermeintliche Nachteil, bei näherem Hinsehen gar zu einem Vorteil. Finde wieder zu dir selbst! Nicht nur Kräutlein und Wurzeln kommst du somit näher, sondern auch den eigenen Wurzeln.

Ein unbestechlicher Vorteil ist natürlich die Tatsache, dass das Superfood ein Geschenk der Natur ist. Ein Geschenk im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir bekommen diese Fitmacher kostenlos, aber es ist niemals umsonst. Es ist mir ein Bedürfnis hier auf Achtsamkeit hinzuweisen, auch wenn “Geiz heutzutage geil ist” und billig besser ist, leben wir auch in einer Zeit der Lebensmittelverschwendung, des optischen Perfektionismus beim Lebensmittel und der Achtlosigkeit gegenüber Natur und ihrer Gaben und Schönheit. Beim Sammeln der Kräutlein ist es wichtig zu schauen, wieviel man braucht und wieviel der Standort geben kann. Niemals sollte man so viel nehmen, dass der Bestand Schaden nimmt oder die Pflanze zu Grund geht. Auch wenn es kostenlos ist, befinden wir uns nicht im “Superfooddiscount” oder Ausverkauf. Das Zauberwort Nachhaltigkeit gilt auch hier. Ich möchte wiederkommen, ich freue mich, dass alles wächst und gedeiht und das gewährleisten die meisten Wildgemüse Gott sei Dank recht kräftig.Grundsätzlich gelten folgende Regeln: 

  • Nie geschützte Pflanzen sammeln!
  • Nie ganze Bestände abernten. 
  • Bei vereinzelt auftretenden Pflanzen nur wenige Teile ernten
  • Am Fundort sollten immer noch genügend Pflanzen stehen bleiben, um ihren Fortbestand zu sichern
  • Es soll nur jener Pflanzenteil gepflückt werden, der zur Verarbeitung notwendig ist. 
  • Es ist verboten, in Naturschutzgebieten zu sammeln! 
  • Rinde von Gehölzen nur im Notfall oder nur von frisch gefällten Gehölzen ernten, denn eine massive Verletzung der Rinde von Gehölzen kann zum Absterben der ganzen Pflanze führen.  

Sei also bitte umsichtig mit der Natur und ihren Geschenken.

Was konkret bieten dir Wildgemüse und Wildkräuter?

Chlorophyll das gesunde Pflanzengrün

Chlorophyll, der grüne Blattfarbstoff ist ein potentes Antioxidans. Der Blattfarbstoff unterscheidet sich von unserem Blutfarbstoff nur durch das Magnesiumatom statt unserem Eisen.Schon in den 30er bis 40er Jahren kannte man die heilenden Wirkungen bei Wunden, Entzündungen und Infektionen. Chlorophyll wirkt antibakteriell und fördert das Gewebewachstum. Es kann dazu beitragen, einigen Krebsarten vorzubeugen und die Ausleitung von Toxinen aus der Leber beschleunigen und verbessert die Aufnahme von Eisen.Der aktive Teil des Chlorophylls ist ein Porphyrin-Ring. Dieser enthält Magnesium, das gegen Schwermetalle ausgetauscht werden kann. So entstehen die sogenannten chelierenden Wirkungen auf Schwermetalle. So wird die Entgiftung von Quecksilber-Belastungen und  anderen Schwermetallen, wie Blei, Arsen, Cadmium, Nickel und Aluminium unterstützt. Am besten entfalten sich diese Eigenschaften bei der Verwendung in Smoothies durch die mechanische Aufspaltung.

Vitamin C

Der Vitamin C Gehalt der meisten Wildpflanzen liegt deutlich höher, als der unserer Kulturgemüse. Somit leisten sie einen wertvollen Beitrag zum Beispiel für das Immunsystem:

  • Gänseblümchen 87mg (pro 100g)
  • Huflattich 104mg
  • Vogelmiere 115mg
  • Löwenzahn 115mg 
  • Sauerampfer 117mg 
  • Franzosenkraut 125mg 
  • Scharbockskraut 131mg 
  • Gartenmelde 157mg
  • Wilde Malve 178mg
  • Wiesenkerbel 179mg
  • Guter Heinrich 184mg
  • Giersch, Geißfuß 201mg
  • Weißer Gänsefuß 236mg
  • Brennnessel 333mg

Kalzium

Milch wird immer wieder als Kalziumlieferant angepriesen. Milch enthält 125 mg Kalzium pro 100 ml. Da können viele Wildkräuter problemlos mithalten und sogar weit überbieten! Allen voran die Brennessel mit 715 mg und die wilde Malve, die unglaubliche 505 mg Kalzium pro 100 g enthält. Aber auch Franzosenkraut (370mg) und Gundermann (290mg) bieten weit mehr als doppelt so viel Kalzium, wie die hoch gepriesene Milch! Der Kalziumgehalt der meisten Wildgemüse ist dem der Milch ebenbürtig oder höher, ohne Tierleid, Hormone, Antibiotika und Co.

Proteine

Auch beim Proteingehalt überzeugen die wilden Verwandten im Vergleich mit unseren Kulturpflanzen. Selbst hier liegt der durchschnittliche Eiweißgehalte mit 4,55 g pro 100 g höher als der von Milch oder Molke, jedoch wesentlich höher als der unserer Kulturgemüse (durchschnittlich 1,3 g ohne Berücksichtigung der Hülsenfrüchte).

Auch bei den anderen Vitaminen und Mineralien überlegen

Wie sollte es anders sein, sind die meisten Wildkräuter und Wildgemüse den Kulturvarianten auch bei anderen Nährwerten überlegen. So enthalten sie nicht nur mehr Eisen, sie bringen auch das notwendige Vitamin C mit, dass die Eisenaufnahme erleichtert wird. Eine vielfältige Mischung versorgt mit allem was du brauchst! Ein hoher Anteil von Ballaststoffen sorgt für eine rege und gesunde Verdauung.

Fettburner und Leberpflege Bitterstoffe

Im Vergleich zu unseren gewohnten Lebensmitteln haben Wildgemüse und Wildkräuter einen höheren Gehalt an Bitterstoffen. An diese müssen sich unsere Geschmacksnerven, zunächst gewöhnen, aber für die Gesundheit lohnt sich das durchaus.

Sie unterstützen im Besonderen das Verdauungssystem. Hier aktivieren die Bitterstoffe sämtliche Schleimhäute, in dem sie sie beweglich, elastisch und rein halten. Sie wirken sättigend und senken den Appetit auf Süßigkeiten.Die traditionelle Medizin vieler Kulturkreise schätzt Bitterstoffe sehr für eine gesunde Verdauung. Ist es doch das Verdauungssystem essentiell für die Nährstoffaufnahme des Körpers und die Entsorgung Giftiger und gefährlicher Stoffe aus dem Körper. Nur dann kann der Körper gesund bleiben oder werden. Ein gesundes Verdauungssystem ist bedeutend für Köper und Psyche. Eine ausgewählte Kombination von verschiedenen Bitterstoffen sind äußerst effektive Hilfsmittel zur Unterstützung der Verdauung. Sie wirken im gesamten Verdauungssystem, indem sie die Produktion eigener Verdauungssäfte insbesondere der Galle unterstützen. Bitterer Geschmack stimuliert Magen, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse, die sofort mit der Sekretion ihrer Verdauungsenzyme beginnen. Eines der Hauptentgiftungsorgane wird stimuliert und regeneriert, die Leber scheidet Giftstoffe aus. Viele Leberkuren bestehen aus Bitterkräutern. Bekannt ist auch der Schwedenbitter.Ursprünglich waren Bitterstoffe als natürliche Appetitzügler in fast allen Gemüse und in vielen Obstsorten enthalten. Sie bewirkten, dass der Appetit nicht überhand nahm. Bei Wildgemüsen ist dieses “Feature” noch erhalten im Gegensatz zu den meisten unserer Kulturpflanzen. Gerade eine gewisse Abneigung gegen Bitterstoffe zeigt dass der  Körper diese Stoffe benötigt, dies liegt an unseren kulturellen Essgewohnheiten. Der Gewöhnungsprozess ist nur kurz und er lohnt sich.Bitterstoffe in Wildgemüsen wirken therapeutisch gegen Ermüdungserscheinungen, fördern die Verdauung, und regenerieren Körper und Psyche von innen.

In aller Regel sind die Gemüse Bio (Sammelstandort!) und auch regional.

  • ohne Züchtung
  • ohne Gentechnik
  • ohne Dünger
  • ohne Pestizide und Herbizide (auf den Sammelstandort achten!)
  • weder Verpackung noch Müll
  • sehr frisch
  • Nutzung saisonaler Ressource

Wildgemüse Liste

  • Bärlauch
  • Beinwell
  • Brennessel
  • Eberesche
  • Fichten und Tannenspitzen
  • Franzosenkraut
  • Frauenmantel
  • Gänseblümchen
  • Giersch
  • Gundermann
  • Guter Heinrich
  • Hagebutte
  • Holunder
  • Klee
  • Knoblauchrauke
  • Löwenzahn
  • Mädesüß
  • Malve
  • Melde
  • Sauerampfer
  • Stockrose
  • Taubnessel
  • Taubnessel
  • Veilchen
  • Vogelmiere
  • Wegerich
  • Wegwarte
  • Wiesenschaumkraut
  • Wilde Möhre

Insgesamt gibt es rund 2000 oder sogar mehr Arten essbarer Wildpflanzen, hier kann also nur ein sehr kleiner Ausschnitt gegeben werden.

Sammelkalender Wildkräuter

B= Blatt,F= Frucht,W= Wurzel,BL= Blüte,K= Kraut (Blätter, Blüten, Stängel)

PflanzeJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Bärlauch   BBB,BLB,BL     
Beinwell WBBBBBBBW  
Brennessel KKKKK,FK,FK,FK,FK  
Eberesche    FFF     
Fichten und Tannenspitzen 

KK




  
Franzosenkraut KKKKK,BLK,BLK,BLK,BLK,BL  
Frauenmantel  BKKKKKK   
GänseblümchenBL,BBL,B BL,B  B B
Giersch    B  
Gundermann   KK;BlK;Bl K  
Guter Heinrich    K    
Hagebutte  BlBl    
Holunder    Bl Bl  Bl  F F  
Klee   B  
Knoblauchrauke      K    
LöwenzahnW, BW,B, Bl     
Mädesüß      Bl  Bl    
Malve   BB,Bl Bl Bl Bl     
Melde     B, BlB, BlB, Bl B, Bl     
Sauerampfer         
Stockrose            
Taubnessel   BB, Bl B,Bl B,Bl  B,BlB,Bl B,Bl   
Veilchen    BlBl        
Vogelmiere     
Wegerich  K K, BLK, BLK, BL K, BL K, BL  K 
Wegwarte   WBl Bl  B W 
Wiesenschaumkraut    BlBl Bl       
Wilde Möhre K,BlK,Bl K,F  W

Rezepte

Achtung!

Zum Schluss bei aller Euphorie eine kleine Warnung. Die Kräuterkunde ist ein wunderbares Ding, doch will sie auch gelernt sein. Die vieler Orten angebotenen Kräuterwanderungen haben durchaus Sinn, denn so manches Kraut hat auch weniger genießbare Doppelgänger oder die eine oder andere Besonderheit. Deshalb, warum nicht Zeit und Muße in die eigene Gesundheit investieren und sich kundig machen? Siehe hierzu Liste giftiger Pflanzen

Liste giftiger Pflanzen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!)

Diese solltest du kennen und auf keinen Fall verwenden!

  • Eisenhut alle Pflanzenteile 
  • Frühlings-Adonisröschen alle Pflanzenteile 
  • Gemeine Hundspetersilie alle Pflanzenteile 
  • Kahle Rosmarinheide Blätter, Blüten 
  • Schwarze Tollkirsche alle Pflanzenteile 
  • Gefleckter Aronstab Beeren, Blüten, Wurzeln 
  • Weiße Zaunrübe alle Pflanzenteile 
  • Schlangenkraut alle Pflanzenteile 
  • Wasserschierling alle Pflanzenteile 
  • Herbstzeitlose alle Pflanzenteile 
  • Gefleckter Schierling alle Pflanzenteile 
  • Lorbeer-Seidelbast alle Pflanzenteile 
  • Rosmarin-Seidelbast alle Pflanzenteile 
  • Gemeiner Seidelbast alle Pflanzenteile 
  • Gestreifter Seidelbast alle Pflanzenteile 
  • Gewöhnlicher Stechapfel alle Pflanzenteile 
  • Fingerhut alle Pflanzenteile 
  • Gewöhnliches Pfaffenhütchen alle Pflanzenteile 
  • Gottesgnadenkraut alle Pflanzenteile 
  • Grüne Nieswurz alle Pflanzenteile 
  • Christrose alle Pflanzenteile 
  • Schwarzes Bilsenkraut alle Pflanzenteile 
  • Gemeiner Goldregen alle Pflanzenteile 
  • Sadebaum alle Pflanzenteile 
  • Gemeiner Bocksdorn alle Pflanzenteile 
  • Rhododendron ssp. Alpenrose Blüten, Blätter 
  • Schwarzer Nachtschatten alle Pflanzenteile Solanum dulcamara Bittersüßer Nachtschatten alle Pflanzenteile 
  • Gewöhnliche Eibe alle Pflanzenteile, außer roter Samen mantel
  • Maiglöckchen

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